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Ein Franziskus von heute - Biagio Conte in Palermo

45 min, 2002, DVD Sig.4655127, € 24,-
Erhältliche Sprachen: deutsch, italienisch

Biagio Conte, Sohn eines Bauunternehmers in der sizilianischen Hauptstadt Palermo, hat alles aufgegeben, was für ihn einst zählte: Wohlstand, Vergnügen, Karriere. Als ihm sein Vater die Leitung des Familienbetriebs übergibt, lernt er das wahre Gesicht seiner Stadt kennen: Armut, Gewalt, Korruption. In der Stadt, in der die Mafia das Sagen hat, fühlt er sich beobachtet und verfolgt, wenn er sich nicht immer wieder zu Kompromissen bereit findet. Er ist schon bald enttäuscht von einer Gesellschaft, in der man nur durch Beziehung und Bestechung bekommt, was einem zusteht. Und er ist erschüttert, weil der Staat nichts gegen das Elend der Armen tut, die keine Beziehungen haben und kein Geld, mit dem sie jemanden bestechen könnten. Mit diesen Gedanken stößt er in seiner Familie auf Unverständnis. Völlig verzweifelt verlässt er bei Nacht und Nebel seine Heimatstadt, ohne Gepäck, ohne Geld, ohne Ausweispapiere. Biagios Ziel ist Assisi. Die weit über 1.000 km legt er zu Fuß zurück, bettelt unterwegs nur um Brot und Wasser, so wie einst Franziskus. Am Grab des Heiligen fällt sein Entschluss, nur noch für die Ärmsten zu leben. Er kehrt nach Palermo zurück.
Heute sind Biagio Conte und seine "Missione di Speranza e Carità - Mission der Hoffnung und Nächstenliebe", nicht mehr aus Palermo wegzudenken. Im Geist des heiligen Franziskus lebt er mit und für die Ärmsten der Stadt, die er Brüder und Schwestern nennt - Obdachlose und Entwurzelte, Penner und Alkoholiker, ehemalige Prostituierte und verzweifelte allein erziehende Mütter, Asylbewerber und Arbeitslose. Durch einen Hungerstreik hat er die Überlassung eines verwahrlosten Geländes erzwungen und es in eine funktionierende Sozialstruktur verwandelt - ohne jede finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand oder die Kirche. In seiner Mission haben zunächst 80 Männer ein Zuhause gefunden, doch die Zahl wächst ständig. Als die Mission an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit stößt und alle Appelle an die Behörden erfolglos bleiben, besetzt er mit seinen Schützlingen im Frühjahr 2002 kurzer Hand erneut eine baufällige, seit Jahrzehnten leer stehende Kaserne der Carabinieri. Für den "Bruder der Armen", wie man ihn nennt, wäre es unerträglich, auch nur einen einzigen Hilfesuchenden abweisen zu müssen. Unterstützung erfährt er durch ein paar Gleichgesinnte, die sich mit ihm zu einer kleinen franziskanischen Gemeinschaft zusammengeschlossen haben, und durch die Bevölkerung von Palermo. Der Film gibt einen kurzen Einblick in die Biografie des Biagio Conte und stellt sein Werk und Handeln vor. Er selbst und seine Schützlinge kommen zu Wort, außerdem Menschen, die ihn unterstützen.

Diese Dokumentation wird empfohlen in "Filmtipps zu kleinen und großen Vorbildern" von Bergit Peters in Katechetische Blätter 1/2006, S. 44f, zum Einsatz in der Sekundarstufe I, in der Jugendarbeit und in der Firmvorbereitung .

 

 

 

 

 

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