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CinqueTerre

Die kleine Welt der großen Cinque Terre
45 min, 2002, DVD Sig.4656326, € 24,-
Erhältliche Sprachen: deutsch, italienisch

Die Cinque Terre, das sind fünf kleine Dörfer, die aufs Meer blicken, die sich an die Felsen kauern, in engen und steilen Schluchten nisten, auf einem schroffen Küstenstreifen von nur 16 km Länge, im äußersten Süden der Ligurischen Riviera, zwischen Levanto und La Spezia: Monterosso, Vernazza, Corniglia, Monarola, Riomaggiore. Die Unesco hat die Cinque Terre zum Weltkulturerbe erklärt, und Italien hat das Gebiet zum Nationalpark erhoben, dem das Meer mit seiner artenreichen Fauna als schutzwürdiges Areal angeschlossen ist. Die Menschen haben unter unvorstellbaren Mühen in vielen Jahrhunderten ein einmaliges Naturkunstwerk geformt: die Terrassenlandschaft. 6.729 km "muri a secco - Trockenmauern", fast dreimal die Länge der Chinesischen Mauer, stützen die Terrassen, insgesamt 8.400.000 Kubikmeter Gesteinsbrocken - das dreifache Volumen der größten ägyptischen Pyramide. Heute wollen immer weniger der rund 5.000 Bewohner die mühsame und wenig rentable Arbeit des Wein- und Olivenanbaus und die damit ständig verbundene Ausbesserung der Terrassen auf sich nehmen. Den drohenden Verfall seiner Heimat versucht der Präsident des Nationalparks, Franco Bonanini, mit viel Fantasie aufzuhalten: Er lädt alle Welt ein, zwanzig Jahre lang als Ehren-Mitbürger der Cinque Terre ein Stück Land kostenlos zu pachten und in Stand zu halten. Die Weinlese in Riomaggiore zeigt, wie aufwändig es ist, die bekannten herben Weine und die Likörweine, vor allem den Sciacchetrà, zu bereiten. Das malerische Dorf ist im 19. Jahrhundert bekannt geworden durch den Macchiaioli-Künstler Telemaco Signorini, den es immer wieder hierher gezogen hat. Von Riomaggiore führt ein zauberhafter Weg nach Manarola: "Via dell'Amore", der Liebesweg, der seinen Namen wohl zu Recht trägt. Hoch über der Via dell'Amore hat um 1900 der Mystiker und Poet Don Andrea Fresco seine Klause in die Felsen gemeißelt. Corniglia thront in 100 m Höhe auf einem Felsvorsprung. Das einzige Dorf in den Cinque Terre, das nicht direkt am Meer liegt, erreicht man über 377 Stufen. Seine Pfarrkirche San Pietro ist eines der bedeutendsten Beispiele der ligurischen Gotik. Vernazza dagegen ist das einzige der fünf Dörfer, das einen natürlichen Hafen besitzt. Übereinander und ineinander verschachtelte Häuser, verwinkelte Gassen, ein Labyrinth aus Treppen und Bogengängen zwängen sich in einen engen Taleinschnitt entlang einem kleinen Wildbach. Es ist so eng, dass der Zug, der Ende des 19. Jahrhunderts die 1000-jährige Isolation beendet hat, am Bahnhof nur mit zwei Waggons Platz findet; deswegen wurde der Bahnsteig in einen Tunnel verlegt. Signora Paola Basso verrät das Rezept für ein traditionelles Fischgericht ihres Dorfes: den "Tian". In Monterosso hat der Literatur-Nobelpreisträger Eugenio Montale viele Sommer verbracht. Das Meer hat den Lyriker zu seinem Hauptwerk inspiriert: "Ossi di Seppia - Knochen des Tintenfischs". Zum Fronleichnamsfest verwandelt sich Monterosso in ein lebhaftes Künstler-Atelier: Ein farbenprächtiger Blütenteppich wird in den Gassen des Dorfes ausgelegt, über den die Prozession schreitet.

 

 

 

 

 

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